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Doppelbelastung an Hochschulen bleibt hoch: Jeder dritte Studierende unter erheblichem Druck

11. Juni 2026

Ein Drittel der Studierenden fühlt sich durch Job und Studium stark belastet

Hamburg – Rund jede dritte Studierende erlebt eine dauerhafte Doppelbelastung durch Studium und Erwerbsarbeit. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Techniker Krankenkasse, aus der auch deutliche Hinweise auf wachsende psychische Belastungen hervorgehen.

Nach den Ergebnissen geben 34 Prozent der Befragten an, unter Druck zu stehen, Studium und Job zu vereinbaren. Finanzielle Sorgen belasten knapp ein Viertel der Studierenden. Prüfungen bleiben der wichtigste Stressfaktor: 49 Prozent nennen Prüfungsphasen als Auslöser erheblicher Belastung, insgesamt berichten 41 Prozent von häufigem Stress.

Langfristig ist die Entwicklung alarmierend: Während 2015 nur 23 Prozent der Studierenden häufig gestresst waren, liegt dieser Wert seit der Corona-Pandemie deutlich höher. Aktuell zeigen 35 Prozent eine hohe oder sehr hohe emotionale Erschöpfung und sind damit gefährdet, einen Burnout zu entwickeln. Zum Vergleich: 2017 lag der Anteil bei 24 Prozent.

Die Befragung wurde im Januar durch das Meinungsforschungsinstitut Forsa telefonisch unter 1 000 Studierenden ab 18 Jahren erhoben. Die Techniker Krankenkasse bewertet die Zahlen als Hinweis darauf, dass die psychische Belastung auf einem anhaltend hohen Niveau stagniert.

Politisch schlägt das Thema hohe Wellen. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hatte jüngst erklärt, «Es ist kein Drama, wenn Studierende neben dem Studium jobben – viele sammeln dabei sogar wichtige Erfahrungen fürs Leben und den Beruf». Diese Äußerung stieß auf Kritik von Studierendenvertretungen und Sozialverbänden, die vor den gesundheitlichen Folgen und den strukturellen Ursachen warnen. Zugleich steht eine geplante Bafög-Erhöhung nach Aussagen der Ministerin derzeit auf der Kippe, was die finanzielle Lage vieler Betroffener weiter verschärfen könnte.

Folgen und Forderungen

Fachleute und Studierendenvertretungen fordern deshalb eine Kombination aus finanzieller Entlastung, besseren Beratungsangeboten und flexibleren Studienstrukturen. Psychosoziale Angebote an Hochschulen und eine Stärkung der Studienfinanzierung gelten als zentrale Maßnahmen, um langfristig die psychosoziale Gesundheit der Studierenden zu schützen.

Die TK-Studie zeigt, dass die Belastung vieler Studierender nicht nur eine individuelle Problematik ist, sondern ein strukturelles Thema, das Hochschulen und Politik gleichermaßen betrifft.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: aerzteblatt.de
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