Bürgergeld-Empfänger sorgt für Empörung: Krankenkasse soll 270-Euro-Sneaker zahlen
Äußeres vor medizinischem Nutzen: Diskussion um Kostenerstattung für Mode-Sneaker
In der RTLZWEI-Sozialreportage «Hartz und herzlich» sorgt der 24-jährige Pascal für heftige Reaktionen: Statt der vom Arzt verordneten orthopädischen Schuhe bevorzugt er ein modisches Sneaker-Paar, dessen Kosten von der Krankenkasse übernommen werden sollen. Die Kostenschätzung liegt bei rund 270 Euro.
Pascal leidet infolge eines Schlaganfalls bei der Geburt an einer Gehbehinderung und klagt über chronische Schmerzen im Sprunggelenk. Früher war er auf einen Rollstuhl angewiesen, heute nutzt er orthopädische Hilfsmittel. Ein Orthopäde hat ihm wegen seiner Beschwerden spezielle, medizinisch geeignete Schuhe empfohlen.
In der Sendung erklärt Pascal offen, dass ihm das Aussehen der Schuhe wichtiger sei als deren medizinischer Nutzen. Er wolle dem behandelnden Orthopäden das Modell zeigen und auf eine Genehmigung durch die Krankenkasse hoffen. Die Diskussion eskalierte im Netz, viele Zuschauer reagieren fassungslos, zum Teil mit Spott und Kopfschütteln.
Die Debatte ist mehrschichtig: Einerseits steht die Frage im Raum, wie viel Gestaltungsspielraum Patientinnen und Patienten bei Hilfsmitteln zusteht, andererseits geht es um die öffentliche Wahrnehmung von Sozialleistungen. Kritiker verweisen auf Pascals frühere Entscheidungen, etwa den Kauf einer Klimaanlage mit Bürgergeld und wiederholte Abbrüche von Maßnahmen des Jobcenters, die in der Sendung ebenfalls thematisiert werden.
Rechtlich gilt: Orthopädische Hilfsmittel müssen medizinisch notwendig und vom Arzt verordnet sein, damit die Krankenkasse eine Leistung bewilligt. Ob ein modisches Sneaker-Modell diesen Kriterien genügt, hängt von der fachlichen Einschätzung des Orthopäden und der Prüfung durch die Kasse ab. Die Debatte um Pascal erreicht ein breites Publikum und sorgt deutschlandweit für Diskussionen über Anspruch, Verantwortung und Solidarität.
Die Folge mit Pascal lief im normalen Programm von RTLZWEI und wurde online vielfach kommentiert. Für viele Zuschauende bleibt die Frage offen, wie soziale Unterstützung sinnvoll und zugleich sozialverträglich ausgestaltet sein sollte.

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