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Barmer fordert: Ausbildung und Finanzierung der Pflege neu regeln

11. März 2026

Pflegeberuf braucht deutlichen Rückenwind

Dresden — Die Barmer warnt vor einer wachsenden Lücke zwischen steigender Zahl Pflegebedürftiger und dem vorhandenen Personal. Der aktuelle Pflegereport für Sachsen zeigt, dass die Zahl der Menschen mit Pflegebedarf seit 2017 deutlich angestiegen ist und nun bei rund 341 000 liegt. Nur ein kleiner Teil dieses Zuwachses lasse sich demografisch erklären, betont die Krankenkasse.

Als wesentlichen Treiber nennt die Barmer die Ausweitung des Begriffs Pflegebedürftigkeit, die erstmals Menschen mit Demenz gleichberechtigt berücksichtigt. Zugleich attestiert die Kasse der Branche Stabilität: Trotz sinkender Erwerbstätigenzahlen seien 2025 im Gesundheits- und Sozialwesen rund 6000 neue Stellen geschaffen worden.

Konkrete Forderungen für bessere Rahmenbedingungen

Claudia Beutmann, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Sachsen, fordert umfassende Maßnahmen, damit Pflege wieder als attraktive Berufswahl wahrgenommen wird. Sie mahnt an, Ausbildung, Arbeitsbedingungen und Weiterbildung deutlich zu verbessern und die Integration internationaler Fachkräfte zu beschleunigen. Dabei dürfe die Last nicht auf den Schultern Pflegebedürftiger liegen, so Beutmann:

«Pflege sollte so attraktiv werden, dass junge Menschen sie als sinnstiftenden Beruf wählen und erfahrene Fachkräfte in ihren Beruf zurückkehren»

  • Bessere Bezahlung und modernere Arbeitsbedingungen
  • Kostentransparente und staatlich finanzierte Ausbildung
  • Schnellere Anerkennung und Integration internationaler Pflegekräfte
  • Maßnahmen zum Halten und Zurückgewinnen erfahrener Fachkräfte

Ausbildung darf nicht zu Lasten der Gepflegten gehen

Die Barmer kritisiert, dass in Sachsen Pflegebedürftige derzeit bis zu 136 Euro monatlich über Eigenanteile zur Finanzierung der Ausbildung beitragen müssen. Die Krankenkasse fordert, Ausbildung als öffentliche Daseinsvorsorge zu behandeln und von Bund und Ländern zu finanzieren. Zu den positiven Entwicklungen zählt die Barmer die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung und das Tariftreuegesetz, die seit 2020 zur Qualitätssteigerung und besseren Bezahlung geführt haben. Seit diesem Jahr dürfen Fachkräfte zudem erstmals bestimmte heilkundliche Leistungen eigenständig übernehmen.

Abschließend unterstreicht die Barmer, dass es nicht nur um mehr Personal, sondern um einen grundsätzlichen Imagewandel gehen müsse: Ein 15jähriger solle den Pflegeberuf selbstbewusst als Traumberuf nennen können. Nur so lasse sich der wachsende Bedarf langfristig nachhaltig decken.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: sueddeutsche.de

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