Generation Z unter Druck: 28 Prozent berichten von Konflikten am Arbeitsplatz
Junge Beschäftigte sehen sich häufiger mit generationalen Spannungen und psychischer Belastung konfrontiert
Deutschlandweit, 01.06.2026 — Neue Zahlen zeichnen ein klares Bild: Besonders Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Generation Z erleben deutlich mehr Konflikte zwischen den Altersgruppen am Arbeitsplatz und leiden häufiger unter Belastungen, die über das übliche Maß hinausgehen. Der DAK Gesundheitsreport 2025 macht die wachsende Brisanz des Themas sichtbar und rückt Branchen wie Gesundheitswesen und Erziehung in den Fokus.
Der Report zeigt, dass 28 Prozent der unter 30-Jährigen Generationenkonflikte im Job erleben; im bundesweiten Schnitt liegt dieser Wert bei 23 Prozent. Unter den Betroffenen gibt jeder vierte junge Beschäftigte an, sich stark belastet zu fühlen. Zugleich bleibt die Krankenstandsquote der unter 30-Jährigen mit 4,7 Prozent im Jahr 2024 unter dem Gesamtschnitt von 5,4 Prozent, während auffällig viele junge Mitarbeitende trotz Erkrankung zur Arbeit erscheinen: 65 Prozent gaben an, krank zur Arbeit gegangen zu sein.
Branchen mit besonderer Belastung
Besonders deutlich treten die Probleme im Gesundheits- und Bildungssektor zutage. Belastende Arbeitszeiten, hoher Personaldruck und enge Hierarchien verschärfen Konflikte zwischen verschiedenen Altersgruppen. Der demografische Wandel verschärft die Lage zusätzlich: In der Pflege stammt inzwischen nahezu jede fünfte Kraft aus dem Ausland, in der Altenpflege gilt das bereits für jeden fünften Beschäftigten. Prognosen gehen davon aus, dass der Bedarf an Pflegekräften bis 2049 um bis zu ein Drittel wachsen könnte, was eine rechnerische Lücke von Hunderttausenden Stellen zur Folge hätte.
Unternehmen reagieren mit Gesundheitsangeboten
Auf steigende Fehlzeiten und die wachsende psychische Belastung antworten viele Arbeitgeber mit erweiterten Angeboten zur Gesundheitsförderung. Beispiele zeigen, wie digitale Plattformen und betriebliche Prävention die Situation lindern können: Die Krankenkasse mhplus in Ludwigsburg bündelte ergonomische Arbeitsplatzlösungen, Online-Vorträge und Check ups für mehr als 1 000 Mitarbeitende und erhielt dafür das EUPD Siegel «Gesunder Arbeitgeber». Solche Maßnahmen zielen darauf ab, Rückkehrprozesse nach Krankheitsphasen zu strukturieren und die Belastbarkeit der Belegschaften zu stärken.
Facharztmangel und neue Angebote
Gleichzeitig wächst der Bedarf an Arbeitsmedizinern. Allein in Baden Württemberg sind derzeit mehr als 50 Stellen für Fachärztinnen und Fachärzte der Arbeits und Betriebsmedizin ausgeschrieben. Dienstleister werben mit hohen Monatsgehältern und fördern Weiterbildungen, um die Lücke zu schließen. Auch in Hamburg suchen Unternehmen verstärkt Fachpersonal für betriebliche Gesundheitsförderung, von Physiotherapeutinnen bis zu Suchtexperten.
Politik, Regulierung und Technologie
Auf politischer Ebene steht neben dem Fachkräfthema auch Regulierung im Fokus. Die ursprünglich für Juni 2026 geplante EU Entgelttransparenzrichtlinie soll offenbar verschoben werden und könnte nun erst 2027 greifen. Technologische Ansätze erhalten dagegen Auftrieb: Veranstaltungen wie das Investival bio:cap in Berlin bringen Forschungseinrichtungen wie die Charité und das Berlin Institute of Health mit Politik und Industrie zusammen; Künstliche Intelligenz in Gesundheitsanwendungen steht dabei besonders im Blickfeld.
Fazit
Die Kombination aus hohem Arbeitsdruck, demografischem Wandel und unzureichender Versorgungsinfrastruktur führt dazu, dass junge Beschäftigte häufiger unter generationenbedingten Spannungen leiden. Betriebsinterne Gesundheitsangebote, eine bessere Versorgung mit Arbeitsmedizin sowie gezielte Präventionsmaßnahmen gelten als Schlüssel, um Belastungen zu reduzieren und Fachkräfte langfristig zu binden.