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AOK-Analyse zeigt: Kinderkrankentage sind weiterhin überwiegend Frauensache

01. Juni 2026

Kinderkrankentage bleiben überwiegend Frauensache

Laut einer Auswertung der Allgemeinen Ortskrankenkassen nahmen berufstätige Frauen auch 2025 den Großteil der Kinderkrankentage in Anspruch. Demnach entfielen 73 Prozent der gemeldeten Tage auf weibliche Versichertengruppen, Männer lagen bundesweit bei 27 Prozent. Regional variierte der Anteil der Väter zwischen 23 Prozent in Bayern und knapp 31 Prozent in Sachsen.

Die AOK-Chefin Carola Reimann wertete die Zahlen als Ausdruck einer anhaltend ungleichen Verteilung von Sorgearbeit in Familien. «Die Daten zeigen, dass Care-Aufgaben weiterhin überwiegend bei Frauen liegen. Eltern sollten frei entscheiden können, wer das erkrankte Kind betreut und wer arbeitet. Ich wünsche mir, dass Männer diesen Rechtsanspruch häufiger wahrnehmen», so Reimann.

Anspruch und Umfang des Kinderkrankengeldes

Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf Kinderkrankengeld, wenn ein Kind unter zwölf Jahren erkrankt ist und deshalb die Betreuung zu Hause notwendig wird. Pro Elternteil und Kind sind 15 Arbeitstage im Jahr vorgesehen, Alleinerziehende können 30 Tage beanspruchen. Bei mehreren Kindern steigt der maximale Anspruch je Elternteil auf bis zu 35 Tage, Alleinerziehende auf bis zu 70 Tage jährlich.

Die Krankenkasse ersetzt dabei in der Regel rund 90 Prozent des Nettoverdienstes, so dass ein Großteil des Verdienstausfalls abgemildert wird. Entscheidend ist, dass sowohl das Elternteil als auch das Kind gesetzlich versichert sind; ist das Kind beim anderen Elternteil privat versichert, besteht kein Anspruch auf Kinderkrankengeld.

Entwicklung und Zahlen

Die Inanspruchnahme bei der AOK ging leicht zurück: 2025 beantragten mindestens einmal Kinderkrankengeld 4,6 Prozent der Berechtigten, nach 4,8 Prozent im Jahr 2024. Einen Höhepunkt gab es 2022 während der Corona-Pandemie mit 5,1 Prozent. Im Schnitt entfielen auf jeden gemeldeten Fall 2,5 Tage. Grundlage der Auswertung waren die Daten von 14,9 Millionen erwerbstätigen AOK-Mitgliedern.

Die Zahlen liefern einen aktuellen Einblick in die Arbeitsteilung in deutschen Familien und werfen erneut die Frage auf, wie väterliche Betreuungsbeteiligung gefördert werden kann, damit Eltern flexibler und gerechter entscheiden können, wer zuhause bleibt und wer arbeitet.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: ad-hoc-news.de
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